26.11.2021

Ditzners Kino Roulette - "Entfesselte Emotionen"


Mit seinem Kino Roulette lässt Erwin Ditzner den Glamour und die Filmfaszination der zwanziger Jahre wieder aufleben. Ein Kinobesuch wurde damals zum echten Erlebnis! Da Ton- und Filmspur noch nicht gemeinsam aufgenommen werden konnten, wurden die Filme live musikalisch untermalt. Zur Vertonung im Kulturzentrum dasHaus spielt Ditzner gemeinsam mit Paata Demurishvili als das DD duo. 

Den Film sucht das Publikum aus, die Abstimmung erfolgt direkt vor dem Konzert unmittelbar vor Ort. Instant und ohne Vorbereitung werden sie den vom Publikum ausgewählten Film vertonen.

Zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Thema: Entfesselte Emotionen - Welterfolge jüdischer Filmschaffender in Deutschland

1. Das Cabinet des Dr. Caligari von Robert Wiene, Deutschland 1919, 77 Minuten
DER Klassiker des frühen Phantastischen Films. Der schlafwandelnde Césare wird von dem Panoptikumsbesitzer Caligari versklavt und in der Nacht zum Mörder gemacht. Als seine Freundin entführt wird, nimmt der junge Francis die Verfolgung auf und meint hinter das schreckliche Geheimnis von Caligari gekommen zu sein…Eine doppelbödige Geschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes in die Irre führt. Conrad Veidt in seiner großen ikonenhaften Rolle als blasser Somnambuler. Regisseur Robert Wiene, die Drehbuchautoren Carl Mayer und Hans Janowitz, der Produzent Erich Pommer sowie Conradt Veidt mussten 14 Jahre nach diesem Erfolg emigrieren, während die Schauspieler Werner Krauß und Lil Dagover im NS-Karriere machten.

2. Varieté von E.A. Dupont, Deutschland 1925, 95 Minuten (unzensierte Fassung) 
Leichtes Mädchen und schwerere Jungs schweben am Trapez in der Kuppel im bezaubernden Berliner Wintergarten und ringen um die Liebe. Enffesselte Kamera, entfesselte Emotionen, femme fatale und Liebe im Karrée zwischen Rummelplatz auf der Reeperbahn und Varietétheater an der Friedrichstraße. Es ist der Niedergang des gestandenen Mannes, den Emil Jannings überzeugend verkörpert. Eine PIonierleistung der modernen Kameraarbeit von Karl Freund, die die entscheidende Weichen für die Zukunft stellte. Zudem gibt es seltene dokumentarische Aufnahmen aus dem Wintergarten zu sehen. Wegen seiner jüdischen Herkunft  emigrierte Dupont 1933 in die USA. Ihm folgte der zeitweise mächtigste Produzent in Deutschland und Produzent des deutschen Films - Erich Pommer und ging erst nach Paris, später nach Hollywood.

Kuratiert und mit einer Einführung von: Dr. Morticia Zschiesche.

Foto: Lorena Elvira Gutierrez

Ort: Kulturzentrum dasHaus | Saal

Einlass: 19:00 Uhr

Tickets:HIER BESTELLEN!

Preis: VVK 12 Euro zzgl. Geb. / AK 15 Euro

Datum:  / 20:00 bis 22:00 Uhr