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Sa, 09.12.06 Samstag, 9. Dezember 2006
"The Grasshopper and me"
Eines der ersten Statements zum neuen Album von FRANZ KASPER erreichte uns von VISIONS-Redakteur André Boße: "Das klingt doch alles sehr lebendig!" – ein ganz bemerkenswertes Kompliment für Franz, seine Musiker und das Produktionsteam ARTHUR RECORDINGS. Denn ganz anders als die beiden live im Studio mit den VIOLIN VIOLENCE-Musikern eingespielten Vorgängeralben THE NEW ROCKIN' CHAIR und DON'T FORGET TO SAY NO, BABY ist Franz' viertes Album (in knapp vier Jahren!) THE GRASSHOPPER AND ME eine bis in kleinste Sounddetails liebevoll und hoch verdichtete Produktion.
Dass die Aufnahmen des Albums, die locker verteilt über einen Zeitraum von fast einem halben Jahr, ohne deadlines und Budget-Beschränkungen (es gibt kein Budget! – das ist sie nämlich, die Indiehölle), als Homerecording mit altgedientem ("vintage") Equipment ent-standen sind, in Räumen, die auch in der Großstadt noch echte Naturerfahrungen (winterliche Eiseskälte zu Beginn und sommerliche Hitze zum Ende der Produktion) zulassen, trotzdem lebendig, spontan und leichtfüßig daherkommen, ist schlicht die Ausnahme von der Regel, eigentlich schon ein musikalisches Wunder, und zeugt vom Talent und vom Charisma des Hauptakteurs: FRANZ KASPER – Sänger, Songschreiber, Musiker. In ersten Rezensionen wird von der Musikkritik übereinstimmend hervorgehoben, dass das neue Album eine "hochemotionale Affäre" ist, dass der Produktion "jegliche LoFi-Attitüde abgeht" ("alles klingt sauber...THE GRASSHOPPER AND ME ist ein gutes Album" SPEX), dass Musik und Liedtexte sich durch "seltsame Tiefe und Verspieltheit" auszeichnen. Tatsächlich folgte die Produktion dieses Albums keinerlei Kalkül – "das alles ist einfach passiert". Die neuen Songs sind Franz "nur so zugeflogen" und sie haben mit nichts anderem zu tun als mit gelebtem Leben und den politischen Geschehnissen unserer Tage.
Alle Songs sind erst in der Aufnahmephase des Albums entstanden und wurden unmittelbar nach ihrer "Kreation" gesungen, gespielt, aufgenommen – "dann mussten wir nur der Idee eines Songs folgen, herausfinden, was er verlangt, und tun, was nötig ist", erklärt Franz. So hat sich ganz absichtslos ergeben, dass Franz bei den allermeisten Songs auch alle Instrumente selbst gespielt hat – jedesmal zu warten bis ihm die anerkannt herausragenden Musiker seiner Band für eine Aufnahme zur Verfügung stehen, hätte sich nicht vertragen mit seinem Gefühl für die Spontaneität des musikalischen Geschehens und eine zunehmende Lust, nur noch den Zufällen zu folgen, nichts zu be- und zerreden und sich ganz schlicht von dem überraschen zu lassen, was passiert.
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