Zwei Männer, vier Hände, zwölf Saiten und ein elektronischer Sklave
Im Sommer 2005, als Friedemann und Christian Straube an der CD-Produktion "Grand Cru", (Biber 76801) zu arbeiten begannen, hatte alles noch seine gewohnte Ordnung: im Aufnahmeraum zupfte der Künstler seine Gitarre, und im Regieraum, hinter dem Mischpult, saß der Produzent. Der Eine muss Höchstleistung bringen, er weiß: jetzt kommt es darauf an, dass alles gut gelingt. Und der Andere redet ständig rein: "Kannst Du das etwas härter spielen?...", "die nächsten vier Takte, bitte mehr Legato...", "die H-Saite ist in der hohen Lage zu tief...!, etc., etc. Hier wird schnell deutlich, warum die Beziehung zwischen diesen beiden Künstler-Welten selten stressfrei ist. Zwischen Christian und Friedemann entwickelte sich trotz der Anspannungen rasch ein tiefes Vertrauen und ein bedingungsloses Verständnis. Dies führte schließlich dazu, dass Friedemann bei einem der "Grand Cru"-Titel zur Gitarre griff - das gehörte nun schon nicht mehr zu den "gewöhnlichen" Aufgaben des Produzenten. Die Ordnung begann sich aufzulösen. Und je mehr der Produzent auch in die Rolle des Musikers schlüpfte, desto stärker wurde die Verbindung zum Künstler, desto größer wurde die Freundschaft. Als Christian im März 2006 die neue CD in seiner Heimatstadt Speyer mit (fast) allen Musikern, die bei den Aufnahmen mitgewirkt hatten, live präsentierte, war auch Friedemann mit seiner Gitarre bei einigen Titeln dabei. Das Publikum war begeistert. Die Idee, ein Konzertprogramm mit Friedemann & Christian als Gitarrenduo zu erarbeiten, erlebte die erste öffentliche Ermutigung.
Seit dem Frühling 2006 haben sich die Beiden mehrmals getroffen, zusammen geprobt, neue Stücke erarbeitet, alte neu arrangiert. Das Programm, das sie im Herbst 2006 erstmalig vorstellen werden, enthält Bekanntes und Neues: Einige Favoriten aus Friedemanns Repertoire, wie "The Man from Caesarea", "Memories of Lugnasad", "Sentimental Elegance" und aus Christians Feder "Für Moni" (wie auf "Grand Cru" zu hören), "Pia", "Till" u. A. Aber es wird auch bisher Ungehörtes kommen. Dabei hilft bisweilen auch der oben erwähnte elektronische Sklave, mit dessen Hilfe das Duo zum Ensemble anwachsen kann.
Und so darf sich das Publikum auf ein Musikereignis freuen, das von Finesse, Spielfreude und Herzlichkeit geprägt ist.
Biber Records