Golden Striker Trio
Der 1937 in Frendale, Michigan, geborene Ron Carter, zu hören auf über 500 teils historisch bedeutsamen Platten (manche Quellen sprechen von über 3000 ...),gilt heute zusammen mit Charlie Haden und Dave Holland als bedeutendster akustischer Bassist der Welt. Zusammen mit dem 'Youngster' Christian McBride führen diese drei mit großem Abstand seit Jahren alle wichtigen Leser- und Kritikerumfragen der bedeutendsten Jazzpublikationen an. - Ron Carter gilt als technisch perfekter Bassist schlechthin, der über nahezu unbegrenzte technische wie auch musikalische Mittel verfügt. Bevor er Mitglied der, wie viele Kritiker meinen, vielleicht besten Miles Davis Band aller Zeiten wurde (mit Herbie Hancock, Wayne Shorter und Tony Williams), mit der er u.a. die berühmten Alben E.S.P., Nefertiti und Live at the Plugged Nickel aufnahm, sammelte er erste Erfahrungen bei Cannonball Adderley, Randy Weston und Eric Dolphy. Nachdem er Miles Davis 1968 verließ, war er mit eigenen Bands oder als vielgefragter Sideman aktiv. Von den zahlreichen Aufnahmen nach seiner Zeit bei Miles Davis seien hier nur Alone Together (mit Jim Hall), V.S.O.P. (mit Herbie Hancock, Wayne Shorter, Tony Williams und Freddie Hubbard) und Piccolo, Pick ´Em, Etudes (mit eigenen Gruppen) genannt.
Am Piano begleitet ihn, wie schon 2002 bei seinem ersten Gastspiel in Gütersloh, Stephen Scott, der bei der legendären Betty Carter sein Handwerk lernte. An der Gitarre dürfen wir uns auf ein Wiedersehen mit Russell Malone freuen, der bei dem Konzert mit Ray Brown und Monty Alexander im April 2001 die Gütersloher Jazzfreunde begeisterte. Malone wurde einem breiteren Publikum als Gitarrist von Diana Krall bekannt, leitet seit 1998 vor allem eigene Gruppen. Seine Fans lieben vor allem seinen typischen Sound, den er auf seiner alten Buscarino Gitarre erzeugt – warm und 'bluesy' mit Anklängen an Grant Green und Kenny Burrell.
Ron Carter ist der perfekte Jazz-Bassist schlechthin. Sein einzigartiges Spiel ist auf schätzungsweise zweitausend Alben zu hören, rund fünfzig davon nahm er als Leader auf. Seine technischen und musikalischen Mittel sind grenzenlos, sein legendärer Ruf auch. Natürlich ist vor allem in Erinnerung geblieben, dass Carter Mitglied des klassischen Miles-Davis-Quintetts in den Sechzigern war. Doch mindestens genauso hoch anzurechnen sind seine fortwährenden Bemühungen, den Bass als allseitig beachtetes Lead-Instrument zu etablieren. So hat Carter in seiner Laufbahn mit den verschiedensten Ensemble-Konstellationen gearbeitet: Duo-Aufnahmen mit Gitarrist Jim Hall, Pianist Cedar Walton und Akkordeonist Richard Galliano sind in seiner Diskographie ebenso zu finden wie Nonett-Einspielungen mit vier Celli. Auch auf seinem aktuellen Album experimentiert der heute 66-jährige mit einer raffinierten Besetzung: 'The Golden Striker' ist ein Trio-Album für Gitarre (Russell Malone), Piano (Mulgrew Miller) und Bass (Carter).
Sein neues Album 'The Golden Striker' versteht Ron Carter übrigens durchaus als anschlussfähig: 'Es ging nicht darum, jede Note perfekt und jede Phrase komplett zu spielen. Es ging darum, einen Trio-Sound zu entwickeln. Jetzt bin ich gespannt darauf, Russell und Mulgrew möglichst bald wieder zu treffen, so dass wir das hier Begonnene
weiterentwickeln können.'
www.roncarter.net
Ron Carter bei Enjoy Jazz